Projektart:
Anfrage:
Objekt:
Parkhaus Bermuda3eck
Typ:
Parkhaus
Ort:
Bochum [Satellit]
Staat:
Deutschland
Architekt:
Archwerk 🔗, Bochum
Materialien:
Revitalisierung
Publiziert:
colore 7
Seiten:
20 - 27
Inhalt:
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Parkhaus Bermuda3eck Bochum

Farbe bringt neues Leben

Das so genannte Bermuda3eck gilt als die größte „Partymeile“ des Ruhrgebietes. Die Nachtschwärmer stellen ihr Fahrzeug in das dazugehörige Parkhaus von 1960. Seine über fünfzigjährige Nutzung hat deutliche Spuren hinterlassen.
Ziel der Revitalisierung war es, dem Bau ein neues, zeitgemäßes Gesicht zu geben. Bewusst suchte man einerseits den ästhetischen Anschluss an die heutige Zeit, andererseits sollte mit der Revitalisierung die Parkhausfunktion neu interpretiert werden.
Maximale Nutzerfreundlichkeit
Für den Bauherrn war eine maximale Nutzerfreundlichkeit von zentraler Bedeutung. Der Architekt Krenz stellt zudem fest, dass die ursprünglichen Grundrisse des Parkhauses eine gute bauliche Grundlage dafür boten. So war von vornherein eine Schrägstellung der Fahrzeuge in Funktionsrichtung vorgesehen. Dies erleichtert die Parkmanöver, was die Nutzer durch eine höhere Beliebtheit und somit durch eine intensivere Ausnutzung danken. Von zentraler Bedeutung war zudem die innere Farbigkeit. Krenz schwebte ein möglichst weißer und somit freundlicher Raum vor. Farbig sollte lediglich ein leicht verständliches Orientierungskonzept sein. Um eine größtmögliche Helligkeit in den Parkebenen zu erreichen, entschieden sich die Planer zudem für eine farbliche Invertierung des Bodenbelages. Man verwendete einen annähernd weißen Estrich für die Fahrbahn und applizierte darauf eine schwarze Markierung.
Welcher Ton ist die Farbe?
Der Bauherr gab die Grundfarben der einzelnen Parkebenen und ihre entsprechende Abfolge vor. So sollte die unterste Ebene „Blau“ sein, darauf sollte „Grün“, „Orange“ und „Rot“ folgen. Aber mit welchem genauen Ton ließ sich die gewünschte Farbe erzielen? Welche Flächen sollten farbig angelegt werden und welche nicht?
Die intensive technische Beratung der Firma BRILLUX hat hier beträchtlich zum Gelingen des Projektes beigetragen. Der zuständige Gebietsleiter Jürgen Gottlebe stand über die gesamte Bauzeit mit Rat und Tat sowohl dem Architekten, wie auch dem ausführenden Malerbetrieb zur Seite. Vorbildlich war auch die Beratung durch Michael Steden, dem Geschäftsführer der ausführenden Malerfirma. Zusammen suchte man anhand zahlreicher Muster und Testanstriche vier Töne aus, die allesamt eine gleiche „Wertigkeit“ hatten. So durfte der eine nicht zu „blass“ und ein anderer nicht zu „intensiv“ oder gar zu „leuchtend“ wirken. Hinsichtlich der farbigen Flächen entschied man sich für farbige Piktogramme und für einen vollflächig angelegten Anstrich des Aufzugvorbereiches eines jeden Geschosses. Letzteres sollte nicht nur der besseren Orientierung im Gebäude dienen, sondern auch einem davor stehenden Nutzer signalisieren, auf welcher Ebene er sein Fahrzeug findet. Die eingesetzten Materialien entstammen insgesamt dem BRILLUX Farbsystem, bei dem alle Untergründe und Farbträger optimal aufeinander abgestimmt sind. Bewusst wurden keine besonderen Mischungen gewählt, um spätere Ausbesserungsarbeiten problemlos vornehmen zu können. So kamen in den Innenbereichen die BRILLUX Tiefgründe 545 und 595 zur Anwendung, auf denen dann die Handwerker Gletscher Weiß ELF 970 applizierten. An den Außenwandflächen brachte man eine Rissüberbrückende, kälteelastische Schutzbeschichtung für Beton, Betonelast OS 862 auf.
Kostenoptimierung durch Maschineneinsatz
Malermeister Steden und seine Mitarbeiter schafften den Spagat den Kundenwunsch im Auge zu behalten und dabei diesen so effektiv und so kostengünstig wie möglich umzusetzen. Dabei half ihnen ein intensiver Maschineneinsatz. Die Farben wurden im Airless- Spritzverfahren auf die Wand- und Deckenflächen aufgebracht. Das zu applizierende Material wurde nicht über handelsübliche Gebinde bereitgestellt, sondern mit einer Silotechnik nachgeführt. Verwendet wurden dafür 500 l fassende Großgebinde, die BRIILLUX direkt an die Baustelle lieferte und aus denen die Spritzpumpen direkt das Farbmaterial entnahmen. Isnbesondere aufgrund seiner heutigen Farbigkeit hat man diesen Bau mit seiner Rvitalisierung, sprichwörtlich zu neuem Leben erweckt.
Robert Mehl, Aachen